14.03.2021

Re-Start mit Nachholspielen und Direkteinstieg

Autor / Quelle: Jörg Bressem

Sollte eines Tages danach gefahndet werden, was Corona dem Fußball an positiven Neuerungen gebracht hat, dann sind es auf jeden Fall die virtuellen Treffen. Nach dem Kreistag vor einigen Wochen verlief auch die Arbeitstagung der Vereine am Sonntagmorgen in nur 40 Minuten erstaunlich reibungslos. Frank Fahlbusch, der Vorsitzende des Spielausschusses, fragte die Meinungen zum Thema Fortsetzung der Saison ab. Der Niedersächsische Fußballbund (NFV) hatte mit seiner Vorgabe, möglichst keine Annullierung vorzunehmen und in einem sportlichen Wettbewerb die Auf- und Absteiger auszuspielen, den Rahmen gesteckt. In der Woche eröffnete er zudem die Möglichkeit, die Saison bis zum Ferienbeginn am 21. Juli zu verlängern und die bisherigen Spiele mit einer Quotienten-Regelung zu werten. Die Mathematik muss nach der Aussprache und Abstimmung in Schaumburg aber gar nicht bemüht werden. Mit klarer Mehrheit sprachen sich die Vereine nämlich dafür aus, dass vor dem direkten Einstieg in die Auf- und Abstiegsrunden alle Mannschaften zumindest dieselbe Anzahl der Spiele haben sollen. Gemäß diesem Tabellenstand geht es dann direkt in die Qualifikationsspiele. Am Beispiel der Kreisliga wird die dringende Notwendigkeit von Nachholspielen ganz deutlich. Hier haben lediglich der SV Engern und der SV Sachsenhagen ein Spiel weniger als die Konkurrenz, weil ihre Begegnung vor dem Lockdown abgesagt werde musste. Würde trotz des Ungleichgewichtes über eine Quotienten-Regelung gewertet, wäre der SV Engern in der Abstiegsrunde. Gewinnt er aber das Nachholspiel mit zwei Toren Unterschied, spielt er um den Aufstieg. Deshalb war es kein Wunder, dass Helmut Eßmann vom SV Engern gleich zu Beginn das Wort ergriff. „Wenn wir das Spiel nicht machen, wäre das ein großer Nachteil, der leicht korrigiert werden kann“, warb er betont sachlich um eine faire sportliche Lösung. Marcel Richter vom SV Sachsenhagen schloss sich dem grundsätzlich an, brachte aber einen zusätzlichen Aspekt ins Spiel: „Wie wird angesichts der Corona-Lage die Bereitschaft der Spieler sein?“ Er stellte eine Fortsetzung der Saison in Frage. Doch darauf hatten Fahlbusch und der Fußballkreisvorsitzende Reinhard Stemme bereits im Vorfeld und zu Beginn des Treffens hingewiesen. „Alles was wir beschließen, ist von der Gesundheitslage und den gesetzlichen Vorgaben abhängig. Planungssicherheit gibt es halt nicht, aber wir wollen vorbereitet sein“, sagte Stemme. Torsten Sennholz vom TuS Niedernwöhren bewegte das Thema Schnelltest und Selbsttest. Er rechnete vor, dass es nicht denkbar sei, in einen Trainingsbetrieb einzusteigen, wenn vorab getestet werden muss, allein finanziell. „Wir sollten dem Verband mitteilen, dass eine Fortführung der Saison nicht möglich ist“, sagte er schließlich, stand damit aber ziemlich alleine da. „Sollte getestet werden müssen, geben wir die Saison sowie nicht frei“, machte Fahlbusch klar. Bernd Reichelt vom TSV Steinbergen lenkte die Diskussion in eine sachliche Richtung. „Wir können doch nicht jetzt festlegen, im Juli nicht spielen zu können, und wir sollten erstmal optimistisch davon ausgehen, dass es wieder losgehen kann“. Es gehe doch eigentlich nur noch um die Frage, mit oder ohne Nachholspiele wieder neu aufzusetzen. Sie wurde von den 54 Teilnehmern klar zugunsten der Nachholspiele entschieden, nicht nur in der Kreisliga, sondern auch darunter. Damit die Mannschaften im Herrenbereich dieselbe Anzahl von Spielen haben, sind insgesamt nur sechs Begegnungen erforderlich. Spätester Termin dafür ist Mitte Mai. Man brauche danach zwei Wochen, um die endgültigen Spielpläne der Auf- und Abstiegsrunden zu entwickeln. „Am 30. Mai könnten wir starten“, rechnete Fahlbusch vor. Diese Terminplanung könne vorgezogen werden, sollten die gesetzlichen Vorgaben plötzlich doch gelockert werden. Nach heutigem Stand der Regelungen könne nach Ostern auch wieder trainiert werden, ergänzte Reichelt.

Nachholspiele haben nach der beschlossenen Regelung zu absolvieren:

Kreisliga: SV Sachsenhagen, SV Engern. 1. Kreisklasse: TSV Eintracht Bückeberge, SC Rinteln II, VfR Evesen II, TuS Germania Apelern. 2. Kreisklasse: SV Sachsenhagen II, SV Hattendorf. 3. Kreisklasse: ETSV Haste II, TSV Eintracht Bückeberge II, SV Goldbeck, SG Bad Nenndorf-Riehe II.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 18.04.2021

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