Rolf-Dieter Buschhorn als aktiver Schiedsrichter nach 53 Jahren verabschiedet

Viele aktive Schiedsrichter sind am Samstag, 25.07.26 in Möllenbeck, im Rahmen der Rintelner Stadtmeisterschaft, zusammengekommen, um nochmals die Verdienste von Rolf-Dieter Buschhorn als Schiedsrichter des Fußballkreises Schaumburg zu würdigen.
Er hat sage und schreibe 53 Jahre dem Schiedsrichterwesen die Treue gehalten und war und ist Schiedsrichter aus Überzeugung und Leidenschaft.
Doch wie fing alles an, die wenigsten von uns wissen dies, auch ich habe die Hilfe von Zeitzeugen benötigt und diese dann auch befragt.
Einer dieser Zeitzeugen ist im Friedhelm Springinsguth, der im Übrigen auch heute anwesend ist.
Am 12.06.1973 hast er zusammen mit dreizehn weiteren Schiedsrichteranwärtern im Auetal, in dem Hotel unterhalb des Sportplatzes erfolgreich seine Schiedsrichterprüfung absolviert.
Der Kreislehrwart hieß damals Jochen Lober und der KSO war Helmut Rohrsen. Apropos KSO, in den ganzen 53 Jahren hast er lediglich 4 KSO durchlebt.
Von 1973 bis 1978 Helmut Rohrsen, von 1978 bis 1989 Helmut Schiller, von 1989 bis 2024 Wilhelm Kläfker, das sind 35 Jahre, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und die letzten beiden Jahre habe ich ihn als KSO durch den Landkreis gejagt.
Anfangs hast er die Schiedsrichterei eher als reines Hobby angesehen, denn er hat vornehmlich noch beim SV Hattendorf in der Bezirksklasse gekickt. Mit damals 29 Jahren warst er schließlich ja auch noch im besten Fußballer Alter.
Aber nach und nach schlug sein Herz immer stärker für die Schiedsrichterei und schnell wurde er eine feste Größe in der Schaumburger Unparteiischenfamilie.
Die 70 und 80iger Jahre. Wie funktionierten damals eigentlich die Ansetzungen.
Anfangs der 70iger wurden die Ansetzungen noch mit Brieftauben versandt. Der damalige KSO Helmut Schiller schrieb ihm dann im Jahre 1978 Postkarten auf denen er Ansetzungen für 2 bis drei Wochen vermerkte. Antworten, sprich die Ansetzungen bestätigen musstet man gar nicht. Euer Schlag von Schiedsrichtern war absolut zuverlässig. Rückgaben waren ein absolutes Fremdwort.
Auch Rolf hast nie nein gesagt. Im Gegenteil, wenn Not am Mann war, hast er auch oftmals zwei Spiele am Tag gepfiffen.
Danach hattest kam Wilhelm Kläfker als KSO mit dem du eine innige Freundschaft verbindest. Wilhelm schwenkte um, von Postkarten zu Briefen. Der Beginn des Datenschutzes. Auch hier gab es Ansetzungen für drei bis vier Wochen.
Mittlerweile sind wir ja auch als Fußballkreis im digitalen Zeitalter angekommen. Computer ist verständlicherweise nicht sein Ding. Aber mit Hilfe der Enkel und auch Dirk Haskamp und Thorsten Schulte wusstest er stets, welchen Sportplatz anszuteuern war, um seine Berufung auszuüben.
Als Schiedsrichter tätig warst er in den ganzen 53 Jahren lediglich für den SV Hattendorf und dem SC Auetal.
Seine Charaktereigenschaften sind Loyalität, Pflichtbewusstsein, Herzlichkeit, Belastbarkeit, Empathie, aber auch Zielstrebigkeit. Das eigentliche Ergebnis hast er nie aus den Augen verloren.
Bei seinen Schiedsrichterkollegen hast er eine hohe Akzeptanz, sein Wort hat Gewicht. Du bist gesellig und sehr beliebt.
Ich habe mir die Frage gestellt, wie viele Spiele hast er in seinem Leben geleitet, oder war Teil eines Schiedsrichtergespannes. Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass er die letzten 40 Jahre ein sogenannter Vielpfeifer war, und teilweise auch mal über 100 Spiele in einer Saison gepfiffen hat. Urlaub war und ist für ihn ein Fremdwort. Daher wage ich hier einmal die große Schätzung, dass er in seiner Schiedsrichterkarriere zwischen 4000 und 4300 Spiele geleitet hat. Eine unvorstellbare Anzahl. Mit roten Karten hast er nicht umher geworfen. Obwohl er sich immer ans Regelwerk gehalten hat, musste er selten Platzverweise aussprechen. Wenn Rolf Buschhorn Referee war, wurde sich benommen und somit auch nicht gemeckert.
Womit können wir Schiedsrichter und auch die Verantwortlichen vom Fußballkreis ihm unsere große Wertschätzung entgegenbringen. Die Ehrennadeln des NFV für 15, 25 und 40jährige Schiedsrichtertätigkeiten hat er längst erhalten. Auch die goldene Ehrennadel des Fußballkreises kannt er sein Eigen nennen.
Daher haben wir uns entschlossen ihm für seine Verdienste rund um das Schiedsrichterwesen zum Ausklang seiner außergewöhnlichen Karriere einen Geschenkkorb mit vielen Leckereien wie Honig und Marmelade, mit deftigen Sachen, wie Mettwurst und Würstchen aber auch gesunden Sachen mit leckeren Säften und Obst zu überreichen. Letzten Endes ist in diesem Präsentkorb auch eine große Schachtel Schokolade, zutreffenderweise mit dem Namen Merci.
Merci, wir Schiedsrichterkollegen sagen lieber Rolf, Merci, thank you und danke für dein mehr als ein halbes Jahrhundert langes Wirken in unserer Mitte.
Die Fotos wurden uns von Rinteln-Sport.de zur Verfügung gestellt.



